[I. Paulus plant...]
Es lagen tausende Kilometer hinter ihm. Staubige Straßen. So viele Gespräche mit denen, die ihn begleiteten: mal Barnabas, mal Silas, dann Timotheus und Titus. Glühende Diskussionen unter sengender Sonne: wie all das zu verstehen sei, was sie gehört hatten von diesem Jesus, dessen Geist sie angesteckt hatte. Dessen Worte sie bewegt hatten. Aber wie jetztg weiter? Wie jetzt damit leben?
Paulus hatte unzähligen Menschen von seinem neuen Herrn erzählt. Von Christus. Hatte Gemeinden gegründet. Kleine Hausgemeinschaften. Sie hatten zu blühen begonnen – für Christus. Weil Menschen Hoffnung gefasst hatten, dass es auf der Welt eben mehr geben könne als Wettkampf und Konkurrenz und die Macht des Stärkeren. Mehr als Intrige und Demütigung durch die Mächtigen.
Und du? Kannst du das glauben? Also heute!?
Dass es mehr gibt als die Macht der Stärkeren?
Als Hinterrücks und Demütigung…!?
Er war tausende Kilometer gereist. Und nun saß Paulus abermals in Korinth (westliche von Athen) im Haus seiner Freunde und bereitete seine größte Reise vor: Auf dem Weg nach Spanien wollte er Rom sehen. Selbst dort gab es bereits eine kleine chirstliche Gemeinschaft. Dabei waren die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu, an die sie glaubten, gerade mal 23 Jahre her. Dort im Schatten des Forum Romanum, im Schatten des gigantischen Kolosseums, selbst dort betete man zu ihm, zu Christus. Und Paulus wollte dort hin.
Sein Brief war so etwas wie ein Bewerbungs-schreiben. Woher hätten sie wissen sollen, wer er war? Ohne Instagram und TikTok. Und deshalb schrieb Paulus an seinem Brief an die Gemeinde in Rom. Und legte er ihnen dar, was alles wichtig war in seinen Augen: Schrieb, was ihm wichtig war zu leben. Weiter zu tragen an Haltung. An Aufrechtigkeit. An ehrlicher Liebe. — UND er schrieb ganz ehrlich davon, wie er selbst immer wieder versuchte, alles richtig zu machen, aber an diesem guten Gesetz immer wieder scheitert und fast zerbrach. »Das Gute erkenne ich wohl. Aber vollbringen… Ich schaffe das so oft nicht!« Er schrieb, was Christus in sein Herz gepflanzt hatte:
Dass nichts und niemand kann dich trennen kann von Gottes Liebe. Hatte Christus den Menschen das nicht mit jeder Faser seiner Existenz gezeigt!?
Musste nicht jetzt Liebe die große Taktgeberin des Lebens sein !?
Und du? Kannst du das glauben? Also heute!?
Dass die Liebe den Takt gibt?
Und nicht das Großtönen und die Macht der Starken…?