Ist das Sumpfland vor mir oder Schnee? Seichtes Wasser, von Nebel überwölbt, dass ich nicht sehen kann, wie tief ich sinke? Oder Schnee auf meinem Weg. Dass ich kalte Füße kriege. Nicht stehenbleiben darf. Kaum denken darf, was kommt. Manchmal stehe ich an solchen Punkten. Kann nicht zurück und wage kaum einen Schritt zu setzen. Und weiß doch, ich muss es tun. Kein Vor und kein Zurück und ein Stehenbleiben auch nicht.
[Das hier aus Urheberrechtsgründen nicht wiedergegebene in der Predigt verwendete Bild zeigt eine unwirtliche Landschaft: Ein Schneefeld, dessen Horizontlinie im Grau des Nebels verschwindet. Einige Grasbüschel strecken sich durch den Schnee, sonst ist nicht zu entdecken. Vorlage für diese Leere ist Quint Buchholz‘ Bild „Schnee (I.)“ von 1998 (siehe Link unten) – nur dass dieses zu Beginn der Predigt gezeigte Bild ohne das dort zentrale Motiv auskommt und ins unwirtliche Schnee-/Sumpfland schaut.]
Tiefenkrise nennt man das seit ein paar Jahren (Matthias Horx). In der Coronazeit wurde das Wort geschöpft: Tiefenkrise. Wenn die Vergangenheit kein erreichbarer Rückzugsort mehr ist, die Zukunft bedrohlich da liegt und das Jetzt nur weh tut. Sumpfland oder eisiger Schnee? Nur die Art des Schmerzes unterscheidet sich da noch.