"Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, dass ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe."
Johannes 15,6: Ordinationsspruch für Katharina Staritz (1903 - 1953)

Katharina Staritz wurde 1903 in Breslau geboren. Dort studiert sie Philologie und Theologie, ihr Tätigkeitsfeld war gegenüber den Männern stark eingeschränkt: Frauen(Vikarinnen) wird die Wortverkündigung und Seelsorge an Frauen und Kindern zugestanden, Amtshandlungen sind ihnen nur in Notfällen gestattet.
Katharina Staritz gehörte in den Jahren der NS-Herrschaft zu den wenigen Menschen in der evangelischen Kirche, die sich trotz drohender Repressalien für Menschen jüdischer Abstammung einsetzten. Als Leiterin der Breslauer Hilfsstelle für "nicht arische Christen" wandte sie sich in einem Rundschreiben gegen die Verordnung, die allen Juden das Tragen des "gelben Sterns" vorschrieb. Sie forderte ihre Amtsbrüder auf, sich der so gekennzeichneten Gemeindeglieder mit besonderer Fürsorge anzunehmen. Dieses Rundschreiben wurde zum Ausgangspunkt eines Konfliktes, an dem kirchliche und staatliche Stellen beteiligt waren. Er führte schließlich zur Verhaftung von Katharina Staritz. Sie musste mehr als ein Jahr in NS-Haftanstalten - davon die meiste Zeit im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück - verbringen.
Bei Kriegsende flieht sie erst nach Dresden, dann nach Frankfurt, wo sie 1950 ordiniert wird.

Kristin Schmieder